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Bärnau

Startseite: www.baernau.de

Die Geschichte der Stadt Bärnau ist nicht unwesentlich mit der hussitischen Geschichte verbunden, denn die Reise des Reformators Jan Hus im Jahre 1414 zum Konzil von Konstanz führte über Bärnau.

Obwohl der über Jan Hus verhängte Kirchenbann auch dem Ort galt, wo er sich aufhielt, und jeder, der ihm Speise und Trank reichte, selbst mit dem Bann bedroht war, schrieb Hus am 24. Oktober 1414 von Nürnberg aus einen nahezu jubilierenden Brief an seine Freunde daheim, wie freundlich er in Bärnau empfangen wurde: „Und da ich Böhmen verlassen hatte, hat mich zunächst, noch bevor ich in die Stadt Bärnau kam, der Pfarrer mit seinen geistlichen Gehilfen erwartet, und wie ich die Stube betrat, da gab er mir sofort einen großen Humpen Wein zu trinken, und er nahm zusammen mit seinen Hilfsgeistlichen die gesamte Lehre sehr freundlich auf und erklärte, stets mein Freund zu sein." Statt auf Ablehnung zu stoßen, wurde Hus in Bärnau mit offenen Armen empfangen.

Während der Hussitenkriege hatte die Stadt Bärnau schwer zu leiden. Zwischen Martini und Weihnachten 1421 eroberten die Hussiten erstmalig Bärnau. Noch 1440 wird von „großen verderblichen Schäden" berichtet. In Bärnau erinnert das „Hussittenbäuml" an jene Zeit. Auf der Anhöhe um diesen Baum herum sollen der Sage nach die Hussiten gelagert haben, um Bärnau einzunehmen. An der Stelle, wo der Baum steht, soll außerdem ein vornehmer Hussit begraben sein.

Nach der Grenzöffnung 1990 wurden schon bald die bayerisch-böhmischen Verbindungen mit der tschechischen Nachbarstadt Tachau (Tachov) aktiviert. Die nachvollzogene „Reise des Jan Hus von Tábor nach Konstanz" im Jahr 1995 war ein wichtiger Beitrag, um sich der gemeinsamen Geschichte wieder bewusst zu werden. Im Jahr 2001 kamen in Bärnau einmalige deutsch-tschechische Festspiele, in denen man sich ausführlich mit dem Thema Jan Hus auseinandersetzte, zweisprachig zur Aufführung. 2002 wurde die Episode „Ein Krug Wein für Magister Hus" von Peter Klewitz, ein Kapitel gemeinsamer Geschichte, aufgeführt. 2004 stand dann die von Kathrin Klewitz erweiterte Geschichte „Jan Hus - ein Weg ins Feuer" auf dem Programm. Neben der Geschichte um Jan Hus kamen mit „Auf der Goldenen Straße" (aus der Zeit Kaiser Karls IV.) und dem Spiel „Wir sind ja nunmehr ganz verheeret" (aus dem Dreißigjährigen Krieg) wichtige Kapitel der Geschichte auf die Bühne.

 

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