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Domažlice

Startseite: www.domazlice.eu

Die Unruhen wegen der Situation in der Kirche brachen in der großen städtischen Festung Domazlice bereits 1416 aus. Die an dem wichtigen Regensburger Handelspfad liegende Königstadt wurde 5 Jahre später ein bedeutender Teil des husitischen städtischen Bundes und sollte der Aufforderung von Jan Zizka nach gegen das Üble kämpfen, „welches Deutsche verursachen". Den größten Ruhm brachte der hussitischen Stadt das Jahr 1431. Damals wurde in seiner Nähe der V. Kreuzzug vernichtet. Die Kirche trat danach zu den Verhandlungen mit den Böhmen, deren Höhepunkt die Tagung des Konzils in Basel war.

Bereits in Jahren 1364 und 1365 breiteten sich in der Gegend von Domazlice die Ideen von reformorientierten Pristern, u. a. auch von Jan Milic aus Kromeriz. Unter ihren Einfluss begannen die Tauser den Kirchenbesitz zu beschlagnahmen und versammelten sich gemeinsam mit den Leuten aus der Gegend in den Bergen. Der Feldheer Jan Zizka war sich der strategischen Wichtigkeit der westböhmischen Lokalitäten bewußt. Deshalb eroberte er hier einige Festungen und Klöster. 1421 sind Städte Domazlice, Klatovy, Susice und Horazdovice Mitglieder des Hussitischen städtischen Bundes geworden, womit die Hussiten ihre Macht in der Gegend vergrößerten.

Der größte Militärerfolg der Stadt und des Bundes kam 1431. In diesem Jahr sollten an der Landesgrenze zwei Armeen aneinandergeraten und über das Schicksal der Hussitischen Reformation entscheiden: die mehr als hunderttausend Ritter zählende Kreuzzugsarmee und das hussitische Heer mit wahrscheinlich 50.000 Infanteristen und 3.000 Wagen.

Nachdem die riesige Kreuzzugsarmee die Stadt Tachov nicht erobern konnte, wendete sie sich nach Süden Richtung Domazlice. Bei ständigem Plündern und Mordern der dörflichen Bevölkerung erreichte die Armee am 10. August die Stadt, belagerte diese und begann mit dem vernichtenden Beschießen. Die Situation schien aussichtslos zu sein. Deshalb fing der Hauptmann Jan Ritka aus Bezdedice an, über das Ergeben der Stadt zu verhandeln. Die undisziplinierten Kreuzritter schöpften nach der Erfahrung bei Tachov den Verdacht, dass sie wieder keine Beute in der Stadt machen werden. Und deshalb erneuerten sie, trotz den Verhandlungen, das Beschießen. Damit wurde die Stadt aber gerettet. Im entstandenen Durcheinander unter den Kreuzrittern gelag es nämlich der Stadt, den Eilboten zu der hussitischen Armee zu schicken. Ihr Feldheer Prokop Holy machte sich mit der Armee sofort auf den Weg, um der Stadt zu helfen. Die Hussiten erschiene bei der Stadt bereits am 14. August. Als Friedrich aus Brandenburg auf den Vormarsch der Hussiten aufmerksam gemacht wurde, entschied er, sein Heer auf dem Feld zwischen Domazlice und der Burg Rýzmberk zu sammeln. Hier standen auch die Wagen, auf denen die italienischen Söldner aus der Garde vom Kardinal waren. Diese sollten nach vorne zur Straße vorrücken. Das sah in den Augen von dem uninformierten Kardinal Cesarini und dem Kurfürsten Friedrich wie die Flucht. Der schnelle Fortgang der Hussiten, die ihren Choral sangen, trug in die unorganisierten Truppen Chaos. Die Truppen fangen an, massenweise panikartig aus dem Feld zur Grenze zu flüchten. Das hussitische Heer stoß auf die zerstreute Verteidigung und begann sowohl die flüchtenden Kreuzritter, als auch die Kardinalstruppe zu verfolgen. Der Kardinal Cesarini verlor während der Flucht sein Kreuz, die goldene Bulle, den Hut, das Gewand und andere Sachen, die lange Zeit in Domazlice aufbewahrt waren.

Der verlorene Hut wurde Symbol des größten hussitischen Sieges. Die Schlacht wurde nicht vergessen. Im 18. Jahrhundert hat man z. B. in der Nähe vom Dorf Kout im Böhmerwald das Denkmal enthüllt, welches an den verlorenen Kardinals Hut erinnert, die Träger der nationalen Wiedergeburt strebten im 19. Jahrhundert, die Schlacht als Sieg der Tschechen über die Deutschen darzustellen. 1931 bemühte man sich, zum 500. Jahrestag ein Denkmal zu enthüllen, dies verhinderte der zweite Weltkrieg. In der Zeit des Kommunismus wurde die Schlacht beihnahe als revolutionärer Streit zwischen dem Westen und Osten angesehen. In der Gegenwart verstehen die Bürger aus Domazice die Bedeutung der Schlacht nicht als Kampf zwischen zwei feindlichen Lagern. Deshalb wurde auch das geplante Denkmal auf dem Berg Baldov bis jetzt noch nicht fertig gebaut. Das Denkmal wird errichtet, dieses Mal aber aus turistischen Gründen.

 

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