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Neumarkt i. d. Opf.

Pfalzgraf Johann I., Regent in Neumarkt, und die Hussiten

Bei der Aufteilung des Erbes vom König Ruprecht III. erhielt einer seiner vier Söhne, Johann, die „Pfalz bei Bayern“ zugesprochen (neben dem Stammland um Heidelberg, der Pfalz bei Rhein u. a. auch Amberg). Johann war 1383 in Neunburg vorm Wald geboren worden und fungierte bereits seit 1404 als Statthalter seines Vaters. Neben seiner Geburtsstadt machte er nun auch die im Südwesten seines Herrschaftsgebiets gelegene Stadt Neumarkt zur Residenzstadt. Die neue Funktion als Herrschaftszentrum brachte die Blütezeit Neumarkts und der näheren Umgebung.

Der böhmische Gelehrte Hieronymus von Prag ist im April 1415 nach Konstanz aufgebrochen, um auf dem Konzil seinem Freund und Mitstreiter Jan Hus beizustehen. Aus Angst vor der drohenden Verhaftung versuchte er, zurück nach Böhmen zu fliehen. Er wurde jedoch auf dem Gebiet des Pfalzgrafen Johann I. von Neumarkt aufgegriffen, dem Konzil ausgeliefert und 1416 in Konstanz hingerichtet. Deshalb richtete sich der Zorn der Hussiten bevorzugt gegen diesen Regenten. Unter den Kriegszügen der Hussiten mussten aber vor allem dessen Untertanen leiden.

1420 drangen die Hussiten bis vor die Tore Nürnbergs vor und kamen damit auch in die Nähe Neumarkts, die späteren Einfälle in die Oberpfalz betrafen überwiegend die östliche Landeshälfte. Eine Probe ihrer militärischen Verteidigungskraft mussten die Neumarkter nicht ablegen. Dennoch wurde die 1315 erstmals urkundlich genannte Stadtmauer zusätzlich befestigt. Deshalb wurde Neumarkt ebenso wie die zweite Residenz Neunburg vorm Wald von den Hussiten nicht belagert.

Die Furcht vor einem möglichen Angriff der Hussiten führte aber zur Bildung einer bewaffneten Bürgerwehr, aus dem die Schützengesellschaft 1433 Neumarkt hervorgehen sollte. In diesem Jahr wurden die Neumarkter Schützen erstmals in einer Nürnberger Chronik genannt, als sie bei einem Gesellenschießen teilnahmen.

 
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